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Was ist Schlaraffiaź?

Schlaraffia® ist eine weltweite Vereinigung, in der sich Männer zusammengeschlossen haben, die sich der Pflege der Kunst, der Freundschaft und des Humors verpflichtet sehen. Ein Bezug zum Schlaraffenland der Fabel, wo Milch und Honig fließen und Nichtstun als Tugend gilt, besteht nicht.

Rund 11.000 Mitglieder, meist Freunde der schönen Künste, häufig wahre Lebenskünstler, gehören in 265 Städten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, USA, Kanada, Südamerika, Südafrika, Schweden, Spanien, Frankreich, Australien und Japan dem Verband an. Schlaraffia ist kein Geheimclub. Sie steht jedem Bürger offen.

Schlaraffia® wurde 1859 in Prag gegründet. Dort traf sich eine zunächst vorwiegend aus Künstlern bestehende Runde, die nicht nur den schönen Künsten huldigte, sondern mit satirischer Lust die Überheblichkeit des Adels und die dünkelhafte Titels- und Ordenssucht des tonangebenden Beamtentums aufs Korn nahm.

Heute finden sich in Schlaraffia® Männer aus allen Schichten und Berufen. Zwischen Oktober und April treffen sie sich wöchentlich, um im Rahmen eines schrulligen Spieles einen abwechslungsreichen Abend zu gestalten. Zur gegenseitigen Erheiterung und Erbauung übt man sich in vorwiegend literarischen und musikalischen Beiträgen, man scherzt und spottet, streitet und ergötzt sich an Rede und Gegenrede. Politik, Religion und Geschäft bleiben allerdings ausgeschlossen.

An den schlaraffischen Zusammenkünften, den Sippungen, wird überall deutsch gesprochen. Das Spiel verläuft nach einem vorgeschriebenen Zeremoniale. Eine farbenfrohe Rüstung, Helm und Schwert erinnern an das Rittertum. Das spielerische Element äußert sich auch in originellen Namen, kuriosen Titeln und Orden und einem bizarren Vokabular, was die Loslösung vom profanen Alltag eindrücklich unterstreicht.

Wem das phantasievolle Spiel der Schlaraffen zusagt, kann während einer Pilger- und Prüflingszeit testen, ob er sich für das spaßige Tun eignet. Über die Aufnahme entscheidet eine Abstimmung. Wer als Mitglied aufgenommen ist, tritt erst in den Knappen-, dann in den Junkerstand und erfährt später mit dem Ritterschlag die höchste Standesstufe.
Hudibras (334)

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